A Family Affair

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“Hoch oben in den Bergen, weit von hier, da wohnt ein Büblein so wie ihr.” Dies der erste Satz eines Klassikers, der im Unterengadin geboren ist. Wer kennt ihn nicht, den wagemutigen Buben aus Guarda, dem Nachbardorf von Ftan, der sich in einer Nacht- und Nebelaktion die grösste aller Kuhglocken beschaffte – weit oben auf einem Maiensäss.

Und damit alle überraschte, vor allem aber seine missgünstigen Kollegen, die ihn wegen seines kleinen Glöckleins gehänselt hatten. Und so konnte Schellenursli, wie wohl die berühmteste Schweizer Romanfigur nebst «Heidi» heisst, schliesslich den Umzug zum Chalandamarz (jener Brauch, bei dem Kinder mit Glocken um den Hals und in der Hand, durch die Dörfer ziehen, findet jedes Jahr am 1. März statt), anführen darf. Herzergreifend ist sie, die Geschichte von Selina Chönz. Und wunderbar bebildert ist es, das legendäre Kinderbilderbuch von Alois Carigiet, dem berühmten Bündner Kunstmaler.

Aber was hat dies mit dem «Paradies» zu tun?

Abgesehen davon, dass ich eine bekennende Romantikerin bin und seit Kindsbeinen mit Büchern umgeben bin, ist es gar nicht so abwegig, dass ich hier die Brücke zwischen Schellenursli und unserem Paradies schlage. Denn die Erfinderin der Geschichte, Selina Chönz, ist niemand geringerer als die Mutter von Steivan Liun Könz (1940-1998). Dieser wiederum hat seine künstlerischen Spuren unmittelbar bei uns im Haus «Paradies» hinterlassen. Denn der Sohn von Schellenurslis Schöpferin hat mit einer phantasievollen Komposition aus mehrdimensionalen Kacheln seine Vorstellungen vom Garten Eden an die Wände unseres gleichnamigen Spa gezaubert (siehe Bild). Hier leuchten die bunt glasierten Impressionen in einem ausufernden Wandbild. Allerlei Fabelwesen, Traumfiguren und Meeresgeschöpfe tummeln sich vor den Augen unserer Badegäste. Ebenso hängen etliche seiner Werke auch sonst verteilt im Haus. Plastisch und manchmal auch drastisch sind Steivans Szenen aus den himmlischen Gefilden, wo es durchaus mal höllisch zu- und hergeht. Wie in den Geschichten seiner Mutter auch.

Und um den Kreis zu schliessen

Noch ein Chönz ist mit unserem Haus verbunden. Es ist dies Constant Könz, der 85-jährige Maler aus Scuol – und natürlich ist auch er mit Selina verwandt, genau genommen war sie seine Grosstante. Der begnadete Künstler aus der Könz-Dynastie ist Gewinner des «Premi Cultural» 2012, jenes Kunstpreises also, den Horst Rahe, Besitzer des Hotel «Paradies», zur Förderung des Kunstschaffens im Unterengadin ins Leben gerufen hat. Die Werke von Steivan wie auch Constant Chönz, sind nicht nur ein Glücksfall für unsere Region, sondern auch für unser Haus. Und erst recht für uns alle, denn sie bringen uns zum Staunen, immer wieder!

Herzlich

Meike Bambach & das gesamte Paradies-Team