Wir sind dann mal weg…

… oder auch nicht! Zwar schliessen wir bald die Türen im «Paradies» nach einer beschwingten Sommersaison, die trotz widrigen Wetterverhältnissen ganz schön ansprechend verlief. Wir ziehen das Sonnensegel ein, fegen die Terrasse, bauen die Hollywoodschaukel ab und holen die Flaggen ein.

Nun möchte man meinen, dass sich männiglich– wenn man ein Hotel für fast zwei Monate schliesst – auf und davon macht. Endlich selber mal in die Ferien fahren… Aber weit gefehlt! Zwar werden viele Mitarbeitende tatsächlich auch ihre unzähligen Überstunden mit dem wohlverdienten Schlaf kompensieren – und durchaus auch in die Ferne schweifen, um Neues zu entdecken, Ideen zu sammeln. Schliesslich ist ein Hotelfachmann oder -fachfrau, auch wenn er oder sie auf Reisen ist, immer auch beruflich unterwegs – déformation profesionelle gewissermassen.

Und auch wenn wir mal gerade weg sind, sind wir doch da! Unser Haus schläft nicht, auch wenn es Pause hat. Im Gegenteil: Hinter den Kulissen tut sich besonders viel, wenn vermeintlich nichts läuft. Aber der Reihe nach – beginnen wir unten, im Keller: im Skiraum. Den gilt es – ganz nach dem Motto „schöner wohnen“ – fit für die Saison zu machen. Will heissen: Gummimatten auslegen, Skihalterungen aufbauen, Skischuhheizung auf Vordermann bringen etc. etc. Gleichzeitig putzen und verstauen wir die Velos, E-Bikes und Fahrradständer für den Winterschlaf. Auf dem Vorbeiweg, im Serverraum, kann man schon mal die Schneeschaufeln bereitstellen. Denn der nächste Winter kommt bestimmt. Und wenn wir grad draussen sind, gilt es im Eingangsbereich die Heizung für den Zubringerweg zur Rezeption zu testen und die Heizpilze sowie das wintertaugliche Mobiliar auf unsere Sonnenterrasse zu schleppen. Ebenso gehören die schönen alten Schlitten ordentlich drapiert, die Windlichter montiert, die Laternen aufgestellt und – stimmungsmässig nicht ganz unwichtig – der Weihnachtsbaum hergerichtet. Zwischendurch muss der Bus wintertauglich gemacht werden. Die Liegen müssen vom Dach, das Brennholz für die Hot Pots, die natürlich ordentlich gefegt werden, muss feinsäuberlich abgedeckt werden, damit wir auch im Winter für unsere Gäste den Fiberglas-Sprudelbädern ordentlich einfeuern können.

Und wenn jemand tatsächlich zu viel Freizeit haben sollte, darf er oder sie auch Servietten oder die Hauszeitungen falten, Flyer in den Ferienwohnungen verteilen und die Boutique mit Schmuck und allerlei weihnachtlichen Geschenkideen bestücken. So nebenbei werden wir auch noch zu Bauführern, denn die Handwerker im Hause, welche die Bäder in den Suiten neu gestalten, brauchen auch Aufmerksamkeit. Dem Whirlpool im Wellness geben wir auch neuen Schnauf, damit er wieder so richtig sprudelt auf die neue Saison hin. Und last but not least erwarten wir hohen Besuch vom Südpol. Aber mehr dazu dann nächstes Mal. Soviel sei schon verraten: Bevor die ersten Gäste anreisen, kommen nämlich noch die Pinguine! Und mit denen wird uns garantiert auch nicht langweilig.